Exkursion ins Industrie-Museum Brandenburg an der Havel im Juni 2018

Stahlkochen ist ein Handwerk, das aus der Geschichte der Stadt Brandenburg nicht wegzudenken ist.
Wie die SchülerInnen der Klassen 8a und 8d des Bertolt-Brecht-Gymnasiums in Begleitung ihrer Chemielehrerinnen Frau Szyler und Frau Stachel erfuhren, wurde seit Beginn des Jahrhunderts in der Stadt Stahl hergestellt. Die günstige Lage an Bundesstraße, Bahnschiene und Kanal war maßgeblich entscheidend für den gewählten Standort Brandenburg a. d. Havel.
Der eingesetzte Ausgangsstoff: Schrott. Eine perfekte Recycling-Anlage für diesen wertvollen Rohstoff, benannt nach ihren Entwicklern Siemens und Martin. Mit nur einem Haken: Ein „Siemens-Martin-Ofen“ verbrauchte in einer Stunde so viel Heizöl, wie ein Mehrfamilienhaus im ganzen Jahr. Soll heißen: Die fehlende Wirtschaftlichkeit des Siemens-Martin-Ofens (Fotohintergrund beider Klassenfotos) bedeutete unter kapitalistischen Vorzeichen das Aus für das gesamte Werk. Am 13. 12. 1993 erfolgte der letzte Abstich. Seitdem ist noch ein Siemens-Martin-Ofen zur Besichtigung erhalten geblieben, zum Glück, wie die 8-Klässler fanden.
Mit einem Irrglauben vieler Brandenburger hingegen wird man wahrscheinlich nie aufräumen können: Der rote Himmel über Brandenburg war abends nicht rot vom gigantischen Schauspiel des Abstichs, dieser fand ja in der überdachten Halle statt. Vielmehr stammt er vom Ergießen der heißglühenden Schlacke auf Freiflächen hinter dem Stahlwerk nach dem erfolgten Abstich.
Interessant: Einige der Mädchen und Jungen unserer 8. Klassen haben zum Stahlwerk eine besondere Beziehung. Ihre Großeltern arbeiteten ihr ganzes Leben hier. Sie erzählen in der Familie oft ein bisschen wehmütig von der Zeit damals, als die 12 Öfen noch rauchten…
Genau wie der Ausstellungsführer Alexander. Ein junger Mann, der, Begeisterung versprühend, über die Arbeit im Werk berichtet, sehr authentisch und gespickt mit flotten Anekdoten. Dabei brachte er so manches Mal die Jungs und Mädchen zum Staunen. Sie erfuhren z. B. etwas über die schwierigen Arbeitsbedingungen in der Stahlproduktion. Männer und Frauen arbeiteten hier unter außergewöhnlich harten Bedingungen: Im Sommer herrschten 50 °C in der Halle, im Winter pfiffen hier Schnee und Wind durch und der Lärm war ohne Gehörschutz nicht zu ertragen.
Neu bei der diesjährigen Besichtigung, die an unserer Schule eine schöne Tradition geworden ist: Alle SchülerInnen durften in der Gießhalle ausschwärmen und die ehemaligen Meister-Büros, Aufenthaltsräume, das Labor und auch noch umherstehende Loks und Krane zur Beschickung der Öfen betreten und genauestens inspizieren. Natürlich war Helm- und Kittelpflicht.

Frau Szyler und Simone Stachel
Chemielehrerinnen des
Bertolt- Brecht-Gymnasiums

28.06.2018

Termine

Potenzialanalyse Klasse 8

detaillierter Plan wird noch bekanntgegeben
Until Do, 15. November 2018

Mathematikolympiade

2. Stufe (Stadtebene)
On Mi, 14. November 2018
08:00 h - 14:30 h
Aula BBG

Elternsprechtage

From Mo, 19. November 2018 Until Fr, 23. November 2018