Klasse 7c begleitet Sponsorenlauf an der Havelschule
Ausgeschlafen und neugierig lauschen unsere Jüngsten (Mädchen und Jungen der Klasse 7c des BBG) der Einführung von Sportlehrerin Frau Szesni. „Die Kinder, die ihr heute betreuen werdet, sind anders, geistig und teilweise körperlich behindert. Manchmal weinen oder schreien sie, scheinbar grundlos für uns.“
Es ist Freitag, der 13.09.2019, Treffpunkt 7:45 Uhr, Havelschule (Städtische Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt "geistige Entwicklung“) in Brandenburg an der Havel.
Die Jungen und Mädchen des BBG hören genau zu und haben viele Fragen. Frau Szesni beantwortet sie alle geduldig und erklärt allen ihre verantwortungsvollen Aufgaben für den heutigen Tag: Auf dem schuleigenen Sportplatz zwei Getränkestände aufbauen und betreuen, Bananen verteilen, die Kleinsten in den 4 Grundschul-Klassen beim Frühstücken, Zähneputzen und dann zum anschließenden Sponsorenlauf begleiten.
Hintergrund: Die Kinder und Jugendlichen der Havelschule feiern mit Ihren LehrerInnen, Betreuern und Freunden der Schule das 10-jährige Bestehen. Höhepunkt ist heute der Sponsorenlauf, an dem alle teilnehmen: laufend, mit dem Roller, im Rollstuhl geschoben oder einfach gehend. Hauptsache, durchs Ziel kommen und das möglichst mehrfach. Und bei jedem Zieldurchlauf ein buntes Gummiband bekommen, denn jedes Gummiband ist bares Geld der Sponsoren wert.  Ca. 9000 € sollen erkämpft werden, um ein spezielles Outdoor-Trampolin für die Schule zu kaufen, das auf dem Schulhof-Spielbereich ebenerdig eingelassen werden soll und auch für Kinder mit Rollstuhl nutzbar ist.  
Und dann erklärt Frau Szesni der Klasse 7c ihren wichtigsten Part heute: Umsichtig und mit Blick für die Situation sollen sie nach jeder Runde den LäuferInnen die Gummibändchen reichen, damit diese ungehindert weiter ihre Runden drehen können.
Alle Mädchen und Jungs der Klasse  haben ihre Aufgabe an diesem Tag sehr ernst genommen und erfüllten sie selbständig und mit Freude. Zwei Mädchen zeigten in einer der Pausen sogar noch eine kleine, spontan selbst choreografierte Tanzeinlage und ernteten dafür viel Beifall.
Für das gesamte  Engagement der Klasse 7c gab es denn auch Worte des Dankes und der Anerkennung von der Schulleitung der Havelschule sowie ein handgetöpfertes Geschenk aus der schuleigenen Werkstatt. Die Gummibärchen darin gibt`s am Montag.
In einer abschließenden Auswertungsrunde mit Frau Szesni kamen alle noch einmal zusammen. Viele Jungs und Mädchen der Klasse bestätigten, dass der Tag ein besonderes Erlebnis für sie war, dass sie Überraschendes erfahren und auch, dass sie gern geholfen haben, einige übrigens nicht das erste Mal.
Ein Mädchen sagt am Ende, dass die Kinder ihr leid tun: sie könnten nicht so laufen,  springen und leben wie wir. Frau Szesni versteht die Sorge und erklärt dann, dass Mitgefühl wichtig und  Mitleid nicht nötig ist. Denn vielen Kindern der Havelschule konnte man es ansehen: Sie haben den Tag genossen und wirkten selten ungeduldig oder unglücklich.
Die Lebensfreude und Offenheit, mit der uns vor allem die Kleinsten der Havelschule begegneten, war ansteckend. Wir konnten uns einlassen und Berührungsängste abbauen. Dafür bedanken wir uns.
Einige Kinder der 7c verabschiedeten sich mit den Worten: „Das können wir doch jetzt jedes Jahr machen.“ Vielleicht entwickelt sich eine Partnerschaft zwischen uns und den Kindern und Jugendlichen der Havelschule.
Ob wir dafür Punkte im „Sozialen Lernen“ beantragen wollen? Darüber sind wir uns noch nicht im Klaren …

Klasse 7c und Klassenleiterin S. Stachel

Errichtung einer Tischtennisplatte