Goethes Faust als Schule fürs Leben

Mein schönes Fräulein, darf ich wagen,
Mein Arm und Geleit Ihr anzutragen?
Die Klasse 10a auf den Spuren von Goethes Anmache
Die Zeiten ändern sich, mal ehrlich, auf diese Weise wird man wohl heute kein Mädchen mehr gewinnen. Aber themenmäßig ist Goethe mit seinem „Faust“ immer noch aktuell und nicht tot zu kriegen. Ja, ja die erste Kontaktaufnahme zwischen Mädchen und Jungen ist nicht so einfach. Anleihen beim Klassiker Goethe sind zwar gut gemeint, aber doch leicht angestaubt. Deshalb unternahmen es die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a, die Szene „Straße“ von Goethes bekanntestem Werk in Jugendsprache umzuschreiben. Um beim Vorspiel der eigenen Texte erkannt zu werden, überlegten sie sich typische Merkmale der Protagonisten Faust und Mephisto. Spaß ist vorprogrammiert, wenn man mal so sprechen kann, wie einem der Schnabel gewachsen ist.
Einige Kostproben aus den Schülerarbeiten:
Faust:
Hallo schönes Püppchen. Darf ich dich nach Hause begleiten?

Gretchen:
Ich bin zwar schön, aber nicht deine Puppe und nach Hause kann ich auch alleine gehen.

Faust:
Boar Altaah, ist die geil und dann noch so frech. Da steh ich drauf. Vielleicht ist sie auch ein bisschen unschuldig.
Hey Meph! Komm mal her. Du musst mir das heiße Gerät ranholen.
.
.
Mephisto:
Sorry Digga, über die habe ich keine Gewalt. Die ist eher shoppinggeil als auf dich. Die steht nicht auf Männer mit kleinem ….

Faust:
Laber nicht, die ist doch schon 16?

oder
Mephisto: Bei der kann ich nichts machen. Die kam gerade von ihrer Klassenleiterin und hat sich entschuldigt, weil sie angeblich eine Mitschülerin geärgert hat, obwohl sie nichts gemacht hat.
Faust: Aber die ist schon über 16!!!
Mephisto: Du bist ja wie der Bachlor, hast 20 Frauen am Start und willst am Ende die klären, bei der
oder
Faust: Hola Chica. Ich habe meine Nummer verloren, kann ich deine haben?
.
.
Mephisto: Ahh schwierig…die hat Verifizierung auf Insta Viele Follwer, blauer Haken… du weißt: Da komm ich als Teufel net ran…

Die heutige Jugend möchte es mehrheitlich doch etwas charmanter und zurückhaltender. Cooles Machogehabe oder unflätiges Ansprechen stehen nicht hoch im Kurs. Goethe lässt Faust ja auch bald wieder zur Besinnung und einen Gang „Rückwärts“ einlegen.